13. August 2010

Mit dem iPad in den Urlaub

Ein kleiner Erfahrungsbericht, wenn man das erste Mal mit dem iPad statt einem Notebook in den Urlaub fährt und völlig zufrieden nach Hause zurückkommt.

Seit über 10 Jahren fahre ich immer mit meinem Notebook in den Urlaub. Zum einen genieße ich es, die tagsüber aufgenommenen Bilder abends auf dem Hotelzimmer noch einmal auf einem großen Bildschirm anzuschauen, und zum anderen war es oft schon nötig, trotz Urlaub kurzfristig für einen Kunden agieren zu müssen. Doch vor gut zwei Wochen habe ich mein Notebook während meines Kurzurlaubs in Italien auf meinem Schreibtisch liegen gelassen und stattdessen nur mein iPad auf die Reise mitgenommen. Ich habe es keine einzige Minute bereut.

Das abendliche Übertragen der Bilder auf das iPad verlief einwandfrei und das anschließende Durchstöbern der Bilder im Bett liegend war einfach entspannend. Auch das schnelle Überprüfen auf Bildschärfe sowie -genauigkeiten konnte nicht besser sein. Desöfteren konnte ich mich unterwegs dabei erwischen, dass ich auch auf dem Display meiner Digitalkamera mit Gesten arbeiten wollte. Ich will gar nicht wissen, wie viele Touristen auf dem Markusplatz gedacht haben, dass ich ein ganz cooler Apple-Mitarbeiter bin und gerade die erste Generation der iCamera teste. Das Übertragen der Bilder vom iPad auf mein iMac verlief nach dem Urlaub ohne Probleme.

Dank UMTS konnte ich auf dem Weg zum Flughafen noch die letzten E-Mails verschicken, in Italien kam ich schließlich in den Genuss einer kostenlosen, aber pro Tag zeitlich befristeten WLAN-Anbindung auf dem Hotelzimmer. Hier durfte ich auch ein kleines Manko beim iPad feststellen. Sobald ich das hoteleigene WLAN auswählte, poppte sofort eine Webseite des Routers zur Eingabe der Benutzerdaten auf. Die Eingabe der Benutzerdaten verlief gewohnt problemlos, nur wie man später die selbe Seite zum Abmelden wieder erreichen konnte, war mir in keiner Weise klar. Das Kappen der WLAN-Verbindung brachte weder das erneute Öffnen der Webseite des Routers mit sich, noch stoppte die Zeitabrechnung. Wahrscheinlich ist dies auch weniger ein Problem des iPads. Aber warum das Eingabefenster sofort nach der Auswahl des WLANs aufpoppt, bleibt mir unerklärlich. Geschickter wäre es, wenn man wie bei einem Macbook auch das Eingabefenster erst beim ersten Aufruf von Safari erhalten würde. So könnte man die Webseite für das An- und Abmelden einfach in einem Tab behalten und weitersurfen. Aber egal. Dank dem WLAN hatte ich über das iPad alle meine E-Mailkonten einmal am Tag bequem im Blick und konnte so auch auf ein paar E-Mails direkt reagieren. Selbst das Schreiben langer Antworten verlief dank der großen Tastatur schnell, effektiv und mit einem rießigen Vorteil: nach dem Urlaub haben nicht gleich hunderte E-Mails auf einen gewartet.

Kurz vor dem Urlaub hatte ich für einen Kunden noch seine neue Website online gestellt und während des Urlaubs kam dann der Anruf, dass sich trotz der Testphase ein unangenehmer Tippfehler auf der Startseite eingeschlichen hatte. Auch hier war es dank der App FTP On The Go problemlos möglich, schnell auf den Server zu gehen und die Änderung durchzuführen. Ganze Webseiten würde ich damit zwar ungern erstellen, aber für die schnelle Änderung zwischendurch ist die App perfekt.

Meine Eltern konnte ich schließlich mit dem Videoplayer des iPads beeindrucken. Nach einem langen Tag in Venedig, bei dem wir alle abends durch einem Regenschauer völlig durchnäst und für weitere Taten lustlos ins Hotel kamen, konnte ich über iTunes innerhalb von einer halben Stunde einen Film runterladen, den wir uns dann gemeinsam auf dem Bett sitzend anschauten. Sowohl Bildqualität als auch Ton waren gut - nur der Bildschirm hätte in dem Moment natürlich etwas größer sein können. Aber dies war immer noch besser und kostengünstiger, als einen Original-Hollywoodfilm mit italienischen Untertiteln über den hoteleigenen Fernseher zu beziehen.

Auf der Rückreise mit dem Auto spielte das iPad schließlich seine Stärken im Bereich des Gamings aus. Solange ich nicht mit dem Fahren dran war, konnte ich bequem ein paar Runden Carcassonne und Civilization Revolution spielen. Die drei Stunden lange Fahrt verging so wie im Fluge. Und das iPhone, was früher den Part zum Spielen übernahm, konnte stattdessen seine Stärke als kleine Navigationslösung in vollen Zügen ausspielen. Jedoch überraschte der gleichzeitge Einsatz beider Geräte ein wenig, da das Display des iPhones viel besser mit den Lichtreflektionen zurecht kam als das iPad. Hier hat das iPad noch viel Potential nach oben.

Sicherlich hätte ich die meisten beschriebenen Dinge auch mit meinem Macbook Air machen können. Doch ich bin sicher, dass mir dann das tägliche Auspacken, an den Tisch setzen, Akku aufladen, etc zuviel geworden wäre. So bin ich mit einmal Aufladen knapp fünf Tage lang mit dem iPad ausgekommen und konnte wahlweise im Bett oder auf der Couch liegen. Zudem hat das iPad einen entscheidenen Vorteil: wenn es geklaut wird, dann ist es halt weg. Im Gegensatz zum Macbook Air ist nichts auf dem iPad, auf das ich nicht verzichten könnte bzw. was ich nicht wieder herstellen könnte. Der Verlust des Macbooks als Arbeitsrechner wäre dagegen eine Tragödie und würde die positive Urlaubsstimmung sofort beenden.

Meine spontane Entscheidung, nur mit dem iPad in den Urlaub zu fahren, stellte sich im nachhinein als perfekte Lösung heraus.

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