Trend. Meiner.
Cem Basman hat in seinem Blog eine interessante Aussage über die Bedeutung von Blogs heutzutage gemacht, aus der mittlerweile eine kleine Mini-Blogparade geworden ist.
Mit einem knappen Blog-Eintrag fing es durch Cem Basman an: "Bloggen wird immer unwichtiger. Höchstens auf einige wenige wichtige Texte." Viele interessante Aussagen durch andere Blogger sind mittlerweile dazugekommen. Zum Beispiel:
- Nico Brünjes
- Thomas Gigold
- Oliver Wagner
- Nico Lumma
- Christoph Kappes
Ich blogge seit über 11 Jahre. Immer auf meiner Domain tzwaen.com mit unterschiedlichen Versionen meiner eigenen Blogengine. Früher intensiver, zwischendurch auch mal gar nicht und heute eher selten. Oft habe ich Blogs totgesagt. Gerne gebunden an dem Spruch: "Das Blog ist tot, lang lebe das Blog."
Aber schon seit einigen Wochen nehme ich in meinem Umfeld eine Neuentdeckung des Mediums "Blog" wahr. Hier wird ein neues Blog aufgemacht, dort wird es neu gestaltet, teilweise wird die Intensität erhöht oder die Qualität der Texte deutlich gesteigert. Und diese Renaissance ist es, die mich selbst zunehmend motiviert, wieder mehr zu bloggen. Ich hoffe, es gelingt mir auch in 2012.
Im Gegensatz zu 2001 hat sich jedoch mein Blog-Verhalten radikal geändert. Ich schreibe nicht mehr täglich, stelle keine Linksammlungen zusammen und reine Bildergalerien sind auch nicht mehr zu finden. Eigentlich schade. Stattdessen schreibe ich nur noch ein- oder zweimal im Monat. Dies hat zum einen mit dem Faktor Zeit zu tun und zum anderen, weil ich deutlich intensiver über den Inhalte nachdenke. Nur selten dauert das Schreiben weniger als 30 Minuten, die Regel ist deutlich mehr. Denn auch wenn mein Blog eigentlich mein Zuhause im Internet sein sollte, bin ich insgesamt deutlich vorsichtiger geworden. Regelmäßig schreibe ich Texte, die ich dann doch nicht veröffentlicht. Teilweise sind sie zu persönlich, zu politisch und / oder zu kritisch. Zu viel habe ich in den letzten 11 Jahren schon selbst erlebt.
Schnelle notierte und recht kurze Aussagen sowie Links zu anderen interessanten Webseite veröffentliche ich nur noch bei Twitter. Dafür habe ich zwei Accounts. Einen nicht öffentlichen für eher private, politische Aussagen und einen öffentlichen für eher berufliche. Twitter ist für mich das schnelle Informationsmedium schlechthin.
Mit Facebook konnte ich mich dagegen nie richtig anfreunden. Öfters habe ich es probiert, aber die Zentralisierung aller Daten, deren Darstellung, der Datenschutz und der Freundesbegriff haben mich immer wieder stolpern lassen, so dass nun der Account nur noch für die Administration diverser Fan-Seiten genutzt wird.
Google+ empfinde ich als immer wichtiger. Tolle Inhalte sind dort regelmäßig zu finden. Solange jedoch keine vollständige API vorhanden ist und ich immer wieder auf die Website muss, schaue ich dann doch eher selten vorbei. Und selbst wenn es eine API geben sollte, wüsste ich nicht, ob es Twitter bei mir verdrängen könnte. Twitter ist mit den wenigen Funktionen einfach genial für den Informationskonsum zwischendurch.
Private Bilder veröffentliche weiterhin sehr gerne. Hier ist Instagramm meine Heimat geworden. Die App für das iPhone stellt im Bereich Fotografie genau das dar, was für mich wichtig ist. Ein 100%iger Volltreffer.
Seit kurzem probiere ich Path aus. Der begrenzte Empfängerkreis und die genial gemachte App könnte für mich die Heimat für private Dinge werden. Einziger Haken an der App: mit bislang einem Kontakt macht es wenig Sinn.
Aber zurück zu den Blogs. Mich würde es nicht überraschen, wenn 2012 das Jahr der Blogs werden würde. Ich fände es cool. Denn das "junk food" auf den großen sozialen Netzwerken nervt mich zunehmend. Genauso wie der Begriff "Blog" an sich. Lasst es uns doch einfach "private Homepage" nennen ;-)
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